Feinstoffliche Ebenen – Warum wir über unsere vermeintlichen Grenzen hinausgehen sollten
Aktualisiert: 26. Okt.

Lange dachte ich, ich bilde mir das alles nur ein.
Schon als Kind haben mich Engel und spirituelle Themen fasziniert. Mit 14 Jahren las ich nach der kompletten Hanni und Nanni-Sammlung meine ersten Bücher über Lichtwesen, Parapsychologie und ein Leben nach dem Tod. Eine für eine Jugendliche vielleicht etwas seltsam anmutende Themenwahl, das gebe ich zu. Mich beschäftigten aber einfach diese Fragen, auf die ich bis heute natürlich keine endgültigen Antworten habe und es auch nicht behaupte: Warum sind wir hier? Wo gehen wir hin? Wer sind wir eigentlich? Und ist alles, was wir mit unseren biologisch angelegten Sinnen wahrnehmen, wirklich die ganze Wirklichkeit?
Diese Fragen begleiteten mich also durch mein Leben. Ich las viel über Spiritualität, Engel und feinstoffliche Wahrnehmung. Ich begegnete Menschen, die mich darauf aufmerksam machten, dass vielleicht mehr in mir steckt, als ich selbst vermutete und sie ermutigten mich, meinen Möglichkeiten mehr zuzutrauen. Dafür bin ich diesen Menschen heute noch unendlich dankbar und gebe diesen Impuls nun gerne weiter, denn jeder verfügt über einen ungeahnten Pool an Gaben.
In dieser Zeit verdichteten sich entsprechend meine Erfahrungen, da ich einen anderen "Sender einstellte". Ich spürte etwas, das ich als fließende Energie wahrnahm. Manchmal hatte ich den Eindruck, Dinge auf eine Weise wahrzunehmen, die ich nicht einordnen konnte. Es fühlte sich an, als würde sich mein „drittes Auge“ öffnen – so würde ich es heute vielleicht beschreiben. Damals verstand (Anm.: der Verstand verstand nicht ;o) ich nicht, was geschah. Ich zweifelte an mir und dachte immer wieder: Vielleicht bilde ich mir das alles nur ein, oder schlimmer noch, vielleicht bin ich nicht ganz dicht.
Erst auf einem langen Weg, mit unzähligen schamanischen und energetischen Workshops, Ausbildungen und Jahren der Beschäftigung mit diesen Themen, begann ich, meine Erfahrungen besser einzuordnen. Glücklicherweise traf ich eine Menge Menschen, die genau dieselben oder zumindest ähnliche Erfahrungen machten. Sie konnten doch nicht alle verrückt sein, oder? Jedenfalls lernte ich, genauer hinzuspüren, Fragen offen zu halten und meine Wahrnehmung ernst zu nehmen, ohne jede Erfahrung sofort erklären zu müssen.
Was liegt jenseits unserer gewohnten Wahrnehmung?
Im Alltag orientieren wir uns vor allem an dem, was sichtbar, messbar und erklärbar ist. Das gibt uns Halt und so haben wir es vom ersten Tag an gelernt. Zugleich frage ich mich, ob wir damit wirklich alles wahrnehmen, was möglich wäre. Ich bin überzeugt, dass wir unser Wahrnehmungsvermögen oft nur zu einem kleinen Teil nutzen – nicht als wissenschaftliche Feststellung, sondern als eine innere Überzeugung, die aus meinem eigenen Erleben und meiner Suche entstanden ist.
Ausgehend von dem Modell, dass unser menschliches Gehirn eine Art Radioempfänger ist, das wir durch unsere biografischen und physiologischen Prägungen auf bestimmte „Frequenzen“ oder sagen wir mal „Radiosender“ einstellen, ergibt vieles einen Sinn. Insbesondere warum uns unser Leben häufig immer und immer wieder dieselbe Melodie vorspielt. Gefällt uns der Song, beschäftigen wir uns oftmals nicht mit dessen Tonfolgen. Klingt er über längere Strecken schräg, schrill und unharmonisch, suchen viele nach den Ursachen dafür.
Wenn ich von der feinstofflichen Ebene spreche, meine ich eine Wirklichkeit, die sich nicht auf das Körperliche und unmittelbar Sichtbare beschränkt. Spirituelle Traditionen beschreiben sie auf unterschiedliche Weise: als Energie, innere Wahrnehmung, Seelenebene oder Verbundenheit mit einem größeren Ganzen. Was Menschen dort erleben, ist sehr persönlich, lässt sich nicht für alle gleich festlegen, aber weist mitunter erstaunliche Überschneidungen auf.
Sich dafür zu öffnen bedeutet für mich nicht, die Vernunft aufzugeben. Es bedeutet, neben dem Denken auch anderen Formen des Erlebens Raum zu geben: der Intuition, inneren Bildern, Körperempfindungen und jenen stillen Momenten, in denen etwas in uns in Resonanz geht. Wir müssen nicht sofort wissen, was eine Erfahrung bedeutet. Manchmal genügt es, neugierig zu bleiben und ihr aufmerksam zu begegnen.
Die Grenzen unseres Selbstbildes erweitern
Unsere Vorstellungen davon, wer wir sind, entstehen also aus Erfahrungen, Prägungen und Erwartungen. Wir stellen unseren Radiosender ein. Diese Vorstellungen können uns zwar einerseits Halt geben, doch sie können auch zu engen Grenzen werden: Das kann ich nicht. Dafür bin ich nicht offen. So etwas gibt es nicht. Ich darf mich nicht verändern.
Wenn wir solche inneren Begrenzungen beginnen zu hinterfragen, entsteht ein neuer Spielraum. Wir drehen am Knopf unseres Radios. Wir können neue Seiten an uns entdecken und uns selbst nicht nur über unsere bisherigen Erklärungen verstehen. Vielleicht nehmen wir wahr, dass wir mehr sind als unsere Aufgaben, unsere Vergangenheit oder die Vorstellungen anderer Menschen von uns.
Diese Erweiterung muss nicht spektakulär sein. Sie kann darin liegen, einer Intuition zuzuhören, sich auf eine spirituelle Übung einzulassen oder einen Moment lang nicht alles kontrollieren zu wollen. Oft beginnt sie mit einer einfachen Frage: Was wäre, wenn meine bisherige Sicht nicht die einzige mögliche ist?
Verbindung, ohne sich selbst zu verlieren
Über die eigene gewohnte Wahrnehmung hinauszugehen kann auch ein Gefühl tieferer Verbundenheit entstehen lassen: mit der eigenen Essenz, mit anderen Menschen, mit der Natur oder – je nach persönlichem Glauben – mit Gott oder einem größeren Ganzen. Diese Verbundenheit muss unsere Individualität nicht auflösen. Sie kann uns darin bestärken, den eigenen Weg zu gehen und zugleich offen für das Leben um uns herum zu bleiben.
Dabei braucht es eine gute innere Verankerung. Nicht jede Empfindung muss als Botschaft verstanden werden, und nicht jede spirituelle Deutung muss sich richtig anfühlen. Wir dürfen prüfen, was uns stärkt, was uns entspricht und was uns innerlich freier macht. Spiritualität sollte uns nicht von unserem Körper, unseren Bedürfnissen oder unserer Verantwortung entfernen. Sie kann uns helfen, ihnen mit mehr Achtsamkeit zu begegnen.
Über unsere Grenzen hinauszugehen heißt für mich nicht, alle Grenzen hinter uns zu lassen. Es kann bedeuten, dort weiterzufragen, wo wir bisher aufgehört haben, und uns für Erfahrungen zu öffnen, die unser vertrautes Weltbild erweitern. Wir bleiben dabei mit uns selbst verbunden und behalten die Freiheit, unseren eigenen Zugang zu finden.
Vielleicht ist genau das eine Form von Rückverbindung: nicht fertige Antworten zu übernehmen, sondern dem eigenen Erleben aufmerksam zu begegnen. Mit Offenheit, Unterscheidungsfähigkeit und Vertrauen können wir erkunden, was jenseits des Gewohnten auf uns wartet – und was davon in uns selbst vielleicht längst angelegt ist.
Bild KI-generiert.




Kommentare